Subjektiver Beobachter

Stille Nacht. Gefährliche Nacht.

[Original-Post vom 06-12-2007]

Manche Marktlücken muss man sich schon selber schaffen. Scheint sich zumindest diese Berliner Firma gesagt zu haben und legt eine nun wirklich einfallsreiche Geschäftsidee vor – ganz im Sinne der friedlich-beschaulichen Weihnachtszeit. Wer greift nach ein paar Bier denn nicht gern zur Armbrust, um seinem Chef mal eine ganz persönliche Widmung zukommen zu lassen. Geradezu brillant natürlich auch der Einfall diesen Partyknüller auch den Kleinsten nicht vorenthalten zu wollen. Da denkt man traurig an die eigenen Kindergeburtstage und so manch eintöniges Topfschlagen zurück.

 

Die Russen kommen

[Original-Post vom 02-12-2007]


Beschreibung

Morgens halb neun in Deutschland. Die Russen kommen. Genau in unseren Vorgarten. Da bleiben sie dann auch ein paar Minuten, beobachtet durch das Fenster von einem verdutzten Webseitenbetreiber im Schlafanzug. Wieso sieben Euro fürs Kino ausgeben, wenn man derart spektakuläre Stunts umsonst vom Frühstückstisch aus beobachten kann. Der Sieger des Duells deutsche Garage gegen französische Karosserie ist auf jeden Fall eindeutig. Die Verursacher (Vorsicht: potentiell fremdenfeindliches Klischee) sehen sehr „russisch“ aus. Ich taufe einen von Ihnen insgeheim auf den Namen Vladimir. Beide sind verwirrt. Und betrunken. Aufgeben tun sie aber nicht – wohl gerade deswegen. Der Wagen wird noch einmal gestartet. Noch mal fahren sie gegen die Mauer. Doch die Klügere gibt nicht nach. Da hilft nur die Flucht zu Fuß. Der faszinierte Schlafanzugträger ruft die Polizei. Die kommt auch, nach 20 Minuten! Polizeistaat Deutschland – darüber sollte man sich wirklich keine Sorgen machen. Sorgen tut sich nur der Nachbar und warnt: Bloß keine Zeugenaussage machen, mit dem Russen ist nicht zu spaßen. Der Frottee-Schlafanzug fühlt sich zum ersten Mal richtig eng an.

Die Kronzeugenregelung bleibt mir aber erspart. Die Polizei entdeckt ein paar Gestalten, die aus der Entfernung das Treiben beobachten. Kommen die Ihnen bekannt vor? Mmmmhh…könnte schon sein, aber wer ist denn so blöd und begeht Fahrerflucht, nur um eine halbe Stunde später dann wieder an den Tatort zurückzukehren. Mit immer noch messbarem Alkoholgehalt. Nun, jetzt kenne ich zwei. Beide gestehen die Tat. Sie tun mir irgendwie leid – war das Auto vom Papa. Die nächste Überraschung folgt ein paar Tage später. Einer der Beiden kommt vorbei und bietet an die Garage zu reparieren. Er ist von Beruf Maurer. Verdächtig und sympathisch zugleich. Er gibt uns seine Visitenkarte. Ich muss lächeln. Sein Vorname: Vladimir.